Gemeinde Amerang  |  E-Mail: info@amerang.de  |  Online: http://www.amerang.de

 

Schrift­größe

 
Letzte Änderung:
26.04.2017

Gemeinde Amerang

Wasserburger Straße 11
83123 Amerang
Tel.: 08075 9197-0
Fax: 08075 9197-19
E-Mail: info@amerang.de


Tourist-Info Amerang

Wasserburger Straße 11
83123 Amerang
Tel.: 08075 9197-31
Fax: 08075 9197-19
E-Mail: info@amerang.de


Homepage der Firma PiWi und Partner

Historie der Gemeinde Amerang

Die Landschaft

Die abwechslungsreiche und anmutige Landschaft der Gemeinde Amerang verdankt ihre Entstehung im Wesentlichen den eiszeitlichen Inn- und Chiemseegletschern, die aus den Alpen weit in unsere Gegend vorstießen. Als vor etwa 10.000 Jahren das Eis abgeschmolzen war, blieben Moränenhügelzüge (Schloss), Schmelzwassertäler (der Ortskern von Amerang liegt in so einem Tal), Seen (z.B. Friedl-, Ameranger- und Zillhammer See) und Moore (Naturschutzgebiet Murner Filze, Landschaftsschutzgebiet Freimoos, die Sur-Au, usw.) als typische Landschaftselemente übrig. Dazwischen finden sich immer wieder Aussichtspunkte, die ein prächtiges Panorama auf die Alpen und das Alpenvorland freigeben (z. B. der Kreuzberg bei Unterratting, Oed, Meilham, usw.)

 

Geschichte

Funde aus der Stein-, Eisen- und Bronzezeit belegen, dass unsere Gegend schon seit Jahrtausenden besiedelt war.

Die erste urkundliche Erwähnung von Amerang findet sich um 788 in dem Salzburger Güterverzeichnis „Breves Notitiae“. Es ist darin von „Amarwange“ die Rede. Daraus lässt sich auch die Herkunft des Namens „ Amerang“ aus den althochdeutschen Wörtern „amar“ (Emmer = Dinkel, eine alte Getreidesorte) und „wang“(Feld) herleiten.

Das Schloss ist sicher älter als sein erster urkundlicher Nachweis vor gut 900 Jahren. Im Laufe der Jahrhunderte erweiterte und veränderte die jeweilige Schlossherrschaft das Gebäude zum heutigen Schloss.

Die Adelsgeschlechter waren nacheinander: die Edlen von Amerang (ab 12. Jht.), das Geschlecht der Laiminger (ab 14. Jht.), das Adelsgeschlecht der Scaliger aus Verona (ab 15. Jht.), die Grafen von Lamberg (ab 17. Jht.) und die Freiherrn von Crailsheim (ab Anfang des 19. Jht. bis heute).

Obwohl der Name der Geschlechter auf Schloss Amerang mehrmals wechselte, blieb durch entsprechende Vermählungen das Anwesen seit 23 Generationen ununterbrochen in Familienbesitz.

Politische Gemeinde

Vorläufer der politischen Gemeinde war die Hofmark, die unter dem Einfluss der jeweiligen Schlossherrschaft stand. Diese Jahrhunderte langen gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Schloss, Dorf und Umland belegen zahlreiche Urkunden und Akten im Archiv des Hofmarkgerichts, dessen Sitz auf Schloss Amerang war.

Die Anfänge der politischen Gemeinde sind auf das bayerische Gemeindeedikt von 1818 zurückzuführen. 1869 kam es zur endgültigen Selbstverwaltung, bei der auch die Eingliederung des ehemaligen Gemeindegebietes von Unterratingen Süd und Nord erfolgte. Mit der Landkreisreform von 1972 kamen die Gemeinden Evenhausen mit Stephanskirchen und Kirchensur zu Amerang.

Kleinere Grenzkorrekturen gab es noch 1982 bis 1986, so dass das heutige Gemeindegebiet 39,8 Quadratkilometer einnimmt. Im Zuge dieser Reform wurde Amerang in den Landkreis Rosenheim eingegliedert; der Landkreis Wasserburg löste sich auf.

Die Bevölkerungszahl stieg kontinuierlich, abgesehen von den Sprüngen der Gebietseingliederung und der Flüchtlingszuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg auf aktuell knapp 3.600 Einwohner.

 

Wirtschaft

Über Jahrhunderte war unser Gemeindegebiet landwirtschaftlich geprägt, durchsetzt von einer vielseitigen Handwerkerschaft. Nur in den nördlichen Gemeindebereichen profitierten bis etwa 1900 die Bauern von den Trassen alter Handelswege (vornehmlich Salzstraßen), weil sie Fuhr- und Spanndienste leisten konnten.

Bereits um 1920 begann in Amerang ein bescheidener Fremdenverkehr, der aber von den 50er bis 70er Jahren sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor heranwuchs. In der Folgezeit veränderten sich die Urlaubswünsche der Deutschen und Amerang stellte sich immer mehr auf Tagestourismus um, natürlich begünstigt durch die drei Museen: Automobil-, Bauernhaus- und Schlossmuseum. Die Beherbergung liegt heute fast ausschließlich in gewerblicher Hand.

Die sonstige gewerbliche Entwicklung nahm in den fünfziger Jahren erheblich zu, vor allem die Efa-Eisfabrik bot über viele Jahre zahlreiche Arbeitsplätze. Außerdem gab es durch die verbesserten Verkehrsbedingungen immer mehr Pendler in die umliegenden Städte. Seit den 90er Jahren gibt es durch die Ansiedlung von Betrieben der Elektronik-, Elektrotechnik-, Maschinenbau-und Kunststofftechnikbranche sowie Unternehmensverwaltungen zahlreiche Arbeitsplätze.

Ebenfalls seit den 90er Jahren konnte die Gemeinde durch eine vorausschauende Grundstückspolitik zahlreiche Baugrundstücke für Einheimische und für das Gewerbe zur Verfügung stellen. 2009 bezog die Gemeinde ein eigenes, großzügiges und geräumiges Verwaltungsgebäude.

 

Kultur

Kulturell hat Amerang einen weit über die Region hinausgehenden guten Ruf durch die alljährlichen Konzerte und Veranstaltungen am Schloss, die sich schon über mehr als vier Jahrzehnte sehr großer Beliebtheit erfreuen. Außerdem macht der Gewerbeverein in größeren Abständen Varietee-Aufführungen mit weltweit bekannten Künstlern. Auch der Theaterverein bietet mehrmals jährlich interessante Theaterstücke.

 

Weitere Informationen finden Sie u. a. im Heimatbuch der Gemeinde Amerang „Amerang – Schloss, Dorf, Gemeinde“ von Wolfgangn Klautzsch, im Buch „Haus und Hofgeschichte“ von Konrad Linner und im Begleitbuch zum Moorlehrpfad, erhältlich in der Gemeindeverwaltung.

 

Wolfgang Klautzsch

drucken nach oben