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Chieminger Stationen zur „Römerregion Chiemsee“ nun zu besichtigen

Spuren der Römer in Chieming

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Einer der Chieminger Beiträge zur „Römerregion Chiemsee“: Station in Stöttham am Chiemsee-Radlweg Foto: Michael Gropp

Auch in Chieming sind nun Stationen zur „Römerregion Chiemsee“ zu besichtigen. Chieming ist eine von elf Gemeinden rund um den Chiemsee, die gemeinsam ihre römische Vergangenheit präsentieren - unterhaltsam und nach aktuellem wissenschaftlichem Stand. Durch die Kooperation können der außergewöhnliche archäologische Gesamtbestand und die Lebensrealität vor 2000 Jahren in der Region sichtbar gemacht werden, mit Hilfe einer LEADER-Förderung von 60 Prozent der Netto-Kosten.

In Chieming wird an mehreren Stationen die römische Vergangenheit des Ortes vermittelt. Schwerpunkt sind die Weihesteine, die in Chieming gefunden worden sind und als die wichtigste Zeugnisse aus der Römerzeit gelten. Die drei originalen Steine im Turmgewölbe der Chieminger Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurden beim Abbruch der Vorgängerkirche unter den Altären entnommen und in der neuen Kirche wieder eingemauert, wodurch sie uns erhalten geblieben sind. Dazu kommt der im Jahre 2014 freigelegte Römerstein, der beim Versetzen der Lourdeskapelle an der Theresienstraße als Fundament diente und jetzt im Eingang des Rathauses zu sehen ist. Zwei weitere Weihesteine wurden beim Abbruch der ältesten Chieminger Kirche, der Peterskirche, sowie in der Filialkirche Stöttham gefunden. Diese Steine wurden ins Antiquarium nach München abgeliefert und dort während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Glücklicherweise existieren in der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Brandenburg von allen Steinen Abbildungen, nach denen der Steinmetz Fritz Seibold aus Grassau Nachbildungen mit den originalen Inschriften schaffen konnte. Auch wurde in Chieming ein Teil eines römischen Meilensteines gefunden, heute eingemauert im Heimathaus in Traunstein. Nach diesem Original wurde von Seibold ein neuer Meilenstein nachgebildet, ebenfalls mit originaler Inschrift.

Im Haus des Gastes kann der nachgebildete Stein aus der Peterskirche besichtigt werden. Die Nachbildung des Inschriftensteins aus der Kirche St. Johann in Stöttham wurde zusammen mit dem rekonstruierten Meilenstein an der neu angelegten Römerstation in Stöttham aufgestellt, die nahe der alten Römerstraße zwischen Salzburg und Augsburg liegt.

Weitere zahlreiche Belege für die römische Vergangenheit Chiemings sind im Gewölbesaal des Heimathauses Chieming ausgestellt, unter anderem römische Münzen von 14 bis 385 n.Chr. sowie Funde einer archäologischen Grabung 2008. Ein besonderer Fund ist die kleine Bronzemaske, die wegen ihrer Einzigartigkeit im Maßstab 10:1 nachgegossen wurde und zusammen mit freigelegten Pflasterungen aus römischer und vorrömischer Zeit im 1. Stock des Rathauses ausgestellt wird.

An allen Standorten finden sich Informationstafeln mit Erklärungen und Abbildungen. Zusätzlich wurde zur Illustration der römischen Vergangenheit Chiemings ein kurzer Filmclip gedreht, der online abrufbar ist. Für Kinder gibt es eine Online-Römer-Rätselrallye.

 

 

 

Text: Hubert Steiner, Ortsheimatpfleger Chieming

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