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Labyrinth neben der evangelischen Kirche der Öffentlichkeit übergeben

Bad Endorf zeigt sich als Teil der „Römerregion Chiemsee“

LAG;Römerregion-Endorf_09-2020
Auf dem Parkplatz der Evangelischen Kirche in Bad Endorf, vor dem begehbaren Labyrinth: Schirmherr Professor Dr. Siegmar von Schnurbein (6. von links) zerschneidet das symbolische rote Band – mit dabei (von links) Endorfs Bürgermeister Alois Loferer, Projekt-Managerin Annette Marquard-Mois, Archäologin Andrea Krammer, Planer Landschaftsarchitekt Johannes Heyse, Pfarrer Dr. Dietrich Klein, Ortsheim

Mit einem Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde präsentiert sich Bad Endorf als Teil der „Römerregion Chiemsee“. Zur „Römerregion Chiemsee“ haben sich elf um den Chiemsee gelegene Gemeinden aus den LEADER-Regionen Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen zusammengetan, um Besuchern und Einheimischen ihre römische Vergangenheit lebendig und attraktiv zu zeigen. Mit Hilfe einer LEADER-Förderung von 60 Prozent der Netto-Kosten werden die verschiedensten Römerstationen umgesetzt, so auch die Maßnahme in Bad Endorf. Mit der Unterstützung der Fördermittel wurde von der evangelischen Kirche Bad Endorf das Gelände ihres Parkplatzes für Kirchenbesucher umgestaltet. Als Herzstück ist ein begehbares Labyrinth aus unterschiedlich farbigen Steinen in den Schotterboden im hinteren Bereich des Parkplatzes eingelassen, Labyrinthen in Fußbodenmosaiken römischer Villen nachempfunden. Der Bereich des Parkplatzes und des Labyrinths ist attraktiv mit einer Steinmauer eingefasst; Sitzgelegenheiten und schattenspendende Apfelbäume laden Einheimische und Besucher dazu ein, hier eine kleine Pause einzulegen.

Eine Informationstafel erklärt die Herkunft und den Symbolgehalt des Gestaltungselements Labyrinth, die Adaption durch das Christentum und die nachfolgende Verwendung des Labyrinths in Kirchenbauten. Eine zweite von der Marktgemeinde mitfinanzierte Informationstafel etwas oberhalb des Areals verweist auf eine „Villa Rustica“, die in römischer Zeit in Sichtweite gestanden ist.

 

Endorfer Beitrag zum Gesamtprojekt „Römerregion Chiemsee“

Kürzlich wurde dieser Endorfer Beitrag zum Gesamtprojekt „Römerregion Chiemsee“ von den Pfarrern Dr. Julia Offermann und Dr. Dietrich Klein zusammen mit einer Reihe von Projektbeteiligten aus der Römerregion Chiemsee der Öffentlichkeit übergeben. Dabei erläuterte Professor Dr. Siegmar von Schnurbein, Schirmherr des Gesamtprojekts, dass die Spuren der Endorfer Villa Rustica zwar keine Hinweise auf das Vorhandensein eines Labyrinths geben, man habe aber beispielsweise bei Ausgrabungen in der Nähe von Salzburg ein solches Mosaik gefunden. Im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus existierten etwa 40 römische Villen in der Region zwischen Inn und Salzach und die Vernetzung sei im römischen Reich sehr stark gewesen, daher sei das Labyrinth als damals übliches kulturelles Element in Bad Endorf unterhalb des Standortes der Villa Rustica durchaus am richtigen Platz.

„Im LEADER-Programm können Vorhaben in Nischenbereichen gefördert werden, für die es sonst keine Zuschüsse gäbe“, betonte Sepp Reithmeier, der Vorsitzende der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, zu der Bad Endorf gehört. Georg Baumgartner von der Förderstelle beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim drückte seine Freude darüber aus, dass in der Römerregion Chiemsee die Zusammenarbeit von Gemeinden aus zwei LEADER-Regionen gelungen sei. „Bad Endorf hat gewonnen“, betonte Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer. „Die Endorfer erfahren etwas über ihre römische Vergangenheit, gewinnen an Attraktivität für Touristen und erhalten einen Ort der Ruhe.“ Gerade in der landkreisübergreifenden Zusammenarbeit in der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte und in konkreten Projekten wie der „Römerregion Chiemsee“ liege eine große Kraft.

Was in anderen Orten entsteht, kann man unter www.roemerregion-chiemsee.de erfahren.

 

 

Text und Foto: Inge Graichen

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