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Information über EU-Förderprogramm im Ameranger Gemeinderat

Neue LEADER-Projekte jederzeit möglich

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Ein Beispiel aus Amerang im Projekt „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte“: Anbringung einer Informationstafel an der Stein-Kapelle

Dem Gemeinderat Amerang wurde von Christian Fechter, LAG-Manager der LEADER-Region Chiemgauer-Seenplatte, das LEADER-EU-Förderprogramm nahegebracht. Sein wichtigstes Ziel bei dieser Vorstellung: den Gemeinderäten – vor allem den neuen – klarzumachen, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für Projekte von Gemeinden und Bürgern das LEADER-Programm bietet, und zu ermutigen, neue Ideen zu entwickeln, für die die Förderung beantragt werden kann.


LEADER ist ein Instrument zur Entwicklung ländlicher Regionen. Die Gemeinde Amerang ist seit der Formierung der Lokalen Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ im Jahr 2000 in diesem Zusammenschluss von Gemeinden aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein dabei und hat in drei Förderperioden schon einige Projekte realisiert. Gegenwärtig neigt sich die dritte Förderperiode dem Ende zu, demnächst müssen sich die LEADER-Regionen neu in Stellung bringen. Doch noch bis Ende 2021 können Projektförderungsanträge nach den aktuellen Vorgaben gestellt werden, die dann in den folgenden Jahren umgesetzt werden können, so die Aussage von Christian Fechter. Gleichzeitig soll 2021 die Überarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie der Region erfolgen, damit man etwa ab Mitte 2022 mit neuen Projekten in der nächsten Förderperiode weitermachen kann. Die wichtigste Botschaft von Fechter: Das Land Bayern stellt weitere Fördermittel zur Verfügung um das Fördermittelbudget des LAG Chiemgauer-Seenplatte von 1,7 Millionen Euro nach Bedarf aufzustocken. „Momentan wird kein Projekt daran scheitern, dass keine Fördermittel mehr zur Verfügung stehen“, so Fechters Aussage, „es lohnt sich also, Projektideen zu entwickeln und einzubringen, durch die die Region wirtschaftlich und kulturell vorangebracht werden kann und ihre regionale Identität gestärkt wird“.

 

Breite Palette von Projekten wurde umgesetzt

Wie solche Projekte aussehen könnten, machte Fechter mit Beispielen aus den 47 LEADER-Projekten deutlich, die in den 24 Gemeinden der Chiemgauer-Seenplatte fertig gestellt wurden oder aktuell umgesetzt werden. Mit einer Reihe von Konzepten und Studien, beispielsweise zu Premiumwanderangeboten, zur Radbegleitinfrastruktur, zu Handbikeangeboten, zur ÖPNV-Versorgung oder zur Hausärzteversorgung, wurden wichtige Grundlagen auf dem Weg zur Umsetzung geschaffen. Zu den Möglichkeiten und Chancen eines gemeindlich getragenen Regionalwerks im Energiebereich wurde eine Machbarkeitsstudie gefördert. Das Projekt „Museumsnetzwerk Chiemgau“ unterstützte zahlreiche Museen in der Region mit Analysen, Fortbildungen und Beratungen und hat neue Netzwerke und gemeinsame Folgeprojekte angestoßen. Eine ganze Reihe von Projekten steht in Zusammenhang mit der „Römerregion Chiemsee.“ Nach dem Konzept, das aufzeigt wie die elf teilnehmenden Gemeinden ihre römische Geschichte am besten präsentieren können, werden auch die Umsetzungsmaßnahmen gefördert. Die Lehrbienenhäuser in Pittenhart am Hilgerhof und bald auch in Frasdorf, das Gebäude für neue Sportangebote des TSV Schnaitsee, die Pumptrackstrecken in Übersee und Pittenhart oder der Begegnungsplatz am Sportgelände in Breitbrunn bereichern das Freizeitangebot in der Chiemgauer-Seenplatte. Ebenso wird das Vereins- und Gemeinschaftsleben mit der Förderung von Projekten wie der Ausstattung des Bürgerhauses Kienberg, dem Musikprobenraum der Kapelle Nußdorf oder dem neugebauten Gruppenraum der evangelischen Kirche Bad Endorf unterstützt. Wichtige Beiträge für die Pflege des kulturellen Erbes und für die Stärkung der regionalen Identität sind die Projekte der „Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte“, bei denen auch Amerang beteiligt war.

Ebenso ein voller Erfolg waren nach Fechters Worten die Maßnahmen die im Rahmen der Unterstützung des Bürgerengagements von der LAG Chiemgauer-Seenplatte gefördert werden. Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger werden hier auf besonders einfache Weise direkt unterstützt. Gemeinsame Aktionen wie die Anlage einer Boulebahn in Bernau, Leihinstrumente für die Wildenwarter Jungmusiker bis hin zur Unterstützung von Nistkastenbau mit Kindern oder der Beratung zu insektenfreundlicher Bepflanzung durch Gartenbauvereine in Obing und Schnaitsee sind Beispiele dieser Förderung.

In Amerang seien im Projekt Bürgerengagement drei Maßnahmen gefördert worden, erklärte Fechter: das Material für den Umbau eines Bauwagens in eine Anlauf- und Schlechtwetterstation im Wald für Kindergartenkinder; der Umbau der Sanitäranlagen des Schützenvereins, damit diese beim Schützensport und vor allem bei Festen von Vereinen auf dem angrenzenden Platz zur Verfügung stehen; eine Tonanalage für den Kulturverein, die bei Lesungen und ähnlichen Veranstaltungen eingesetzt werden kann und auch an andere Vereine und Initiativen ausgeliehen wird.

Die Ameranger Gemeinderäte nahmen die Information über das LEADER-EU-Förderprogramm positiv auf und Bürgermeister Konrad Linner (GLA) zog das Fazit, dass es wohl künftig eine Diskussion im Gemeinderat wert wäre, wie sich Amerang in der nächsten LEADER-Förderperiode noch stärker in den LEADER-Prozess in der Chiemgauer Seenplatte einbringen kann.


Foto und Text: Inge Graichen

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