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19.07.2019

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Streuobstinitiative Chiemgau: Weichen gestellt für Bio-Apfelsaft aus der Region

Streuobstinitiative_Chiemgau_06-2018
Zweiter Vorsitzender Josef Stein (4. von rechts) zeigte den Mitgliedern der Streuobstinitiative

Die „Streuobstinitiative Chiemgau“, ein landkreisübergreifendes Netzwerk zur Förderung des Streuobstanbaues im Chiemgau, sah bei ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung ein wichtiges Ziel ihrer langjährigen Aktivitäten erreicht, die Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen für eine Biosammelzertifizierung von Obstwiesen im Chiemgau, bei der durch die höheren Abnahmepreise für biozertifiziertes Obst Pflege und Nutzung der traditionellen Obstanger attraktiver werden. Die Vorsitzende Gisela Sengl berichtete über die

Bemühungen des Vereinsvorstandes im vergangenen Jahr, die Unterstützung der Landkreise Traunstein und Rosenheim für die Umsetzung des Projektes der Streuobstinitiative zu gewinnen, mit Hilfe von EU-Fördermitteln aus dem Leader-Programm eine möglichst große Beteiligung an der Biosammelzertifizierung in ihrem Gebiet und mit der Verwertung des zertifizierten Obstes unter einer Marke „Chiemgauer Streuobst“ die Etablierung eines besonderen regionalen Produkts zu erreichen. Die Traunsteiner Kreispolitiker entschieden sich jedoch dafür, die Organisation der Biosammelzertifizierung im Landkreis in kleinerem Maßstab dem Landschaftspflegeverband Traunstein zu übertragen, als Ergänzung zu den Aktivitäten, mit denen der Verband bereits jetzt zur Förderung des Streuobstbaus beiträgt. Dafür sollen nun zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Damit im Landkreis Traunstein die Biosammelzertifizierung möglichst bald starten kann, verzichtete der Vorstand der Streuobstinitiative auf weitere Bemühungen um die Umsetzung als Leader-Projekt, erklärte Gisela Sengl. Denn bei den Keltereien der Region würden heimische Bio-Äpfel dringend benötigt. Im Vorstand sehe man seine Aufgabe nun eher darin, die Träger der Biosammelzertifizierung bei ihrer Tätigkeit mit Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit zu begleiten.

 

Biosammelzertifizierung in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein

Jürgen Sandner, Geschäftsführer des LPV, berichtete den Mitgliedern der Streuobstinitiative über den Stand bei der Organisation der Biosammelzertifizierung im Landkreis Traunstein.

Der Vertrag mit der Biokontrollorganisation ÖKOP zur Biozertifizierung ist bereits

abgeschlossen, erste Zertifizierungen über den LPV sind schon in diesem Jahr möglich. Zertifiziert wird vorerst nur Kernobst, also Äpfel und Birnen. Wenn der

Obstwiesenbewirtschafter nachweisen kann, dass er auf seinen Streuobstwiesen bereits in den Jahren 2016 und 2017 die Vorgaben der EU-Ökoverordnungen eingehalten hat, kann er heuer schon das Obst als Bioware vermarkten, also an eine der mit dem Landschaftspflegeverband Traunstein zusammenarbeitenden Keltereien liefern, nämlich Greimel, Stöger, Pölz und ORO. Interessierte Streuobstwiesenbesitzer aus dem Landkreis Traunstein können sich ab sofort beim LPV melden.

 

Für den Landkreis Rosenheim übernimmt die Kelterei ORO selbst die Biosammelzertifizierung, teilte Josef Stein, zweiter Vorsitzender der Streuobstinitiative, der Versammlung mit. Die Motivation hierfür sei das große Interesse der bedeutendsten Kelterei im Landkreis an Bio-Äpfeln aus der Region, denn Regionalität sei ein wichtiges Anliegen der Genossenschaftskelterei. ORO übernimmt als Träger Organisation und Kosten der Zertifizierung, für den Bewirtschafter der Streuobstwiese ist alles gänzlich unkompliziert.

Zusätzlich erhält er noch eine obstbauliche Beratung. Zunächst werden die ORO-Mitglieder und –Lieferanten über dieses Angebot informiert sowie alle Mitglieder der Streuobstinitiative Chiemgau.

Eingeleitet worden war die Versammlung durch die Begehung des Obst- und Kulturweges Ratzinger Höhe, bei der der zweite Vorsitzende der Streuobstinitiative Josef Stein den Teilnehmern erläuterte, welche Ziele die Obst- und Gartenbauvereine Prien und Hirnsberg-Pietzing bei seiner Anlage und Pflege verfolgten und noch verfolgen. Hauptanliegen sei es, Einheimischen und Fremden den Wert der heimischen Obstanger nahezubringen. Alte Bäume wurden einbezogen, viele verschiedene Obstsorten neu gepflanzt, um alte Sorten zu erhalten, Gelegenheit zu geben, die Früchte kennenzulernen und etwas über die unterschiedlichen Standortansprüche zu erfahren sowie Edelreiser zu schneiden, um die Sorten weiterzuverbreiten.

 

Foto und Text: Inge Graichen

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