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15.11.2017

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Die Geschichte von Kirchensur

Kirchensur

Luftaufnahme Kirchensur

Im Fundationsbuch des Klosters Ebersberg bezeugte der adelige Vasall Brun des Sura um das Jahr 970 eine Schenkung der Grafen von Ebersberg. Obwohl der Name „Sur“ (er bedeutete „saures Wasser“) in Bayern öfter vorkommt, geht man inzwischen davon aus, dass dieser Brun im heutigen Kirchensur saß.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Kirchensur verwaltungsmäßig zum Pfleggericht Kling und zum Schergenamt Eiselfing. Die Gemeinde Kirchensur entstand im Vollzug der Verordnung über die Bildung von Landgemeinden vom 17. Mai 1818.

 

Ab 1834 sind die Gemeinderechnungen erhalten. Es liegt auch eine Beschreibung der Gemeindegrenzen aus dem Jahr 1856 vor. Gemeindliche Protokollbücher ab 1876 sind seit der Einführung des Standesamtes vorhanden. Vom gleichen Zeitpunkt ab lassen sich auch die Rekrutierungsrollen auffinden.

 

Die Gemeinde zählte damals 245 Einwohner.

 

Nach der Jahrhundertwende wurden die Gemeindefluren neu vermessen. Ab 1901 sind Abmarkungsprotokolle vorhanden. Die Gemeinde umfasste zu dieser Zeit eine Fläche von 656 Hektar. Aus dieser Zeit ist auch ein Gewerbevisitationsbuch vorhanden.

 

Einblick in die schlimmen Jahre des 1. Weltkriegs mit ihren Folgen geben ein Mehl- und Brotmarkenabgabebuch.

 

Von 1914 – 18 fallen 14 Gemeindebürger. 1924 wurden die Grenzen gegenüber der Gemeinde Schnaitsee geändert.

 

Der 2. Weltkrieg brachte wie überall großes Leid für die Bevölkerung. Viele „Fremdarbeiter“ und Kriegsgefangene hielten sich in der Gemeinde auf und waren in der Landwirtschaft tätig. 19 junge Männer fielen oder blieben vermisst.

Nach dem Krieg steigt binnen kurzer Zeit die Einwohnerzahl auf über 300 an, zahlreiche Flüchtlingsfamilien mussten untergebracht werden. Ab 1950 wanderten wieder viele Heimatvertriebene ab. Eine bescheidene Bautätigkeit setzte im Zuge der allgemeinen Wirtschaftsbelebung ein.

 

Am 20. Oktober 1970, 152 Jahre nach Gründung der Gemeinde Kirchensur stimmte bei einem Bürgerentscheid die Mehrheit der Einwohner für den Anschluss an die Gemeinde Amerang.

 

Schulgeschichte

Bereits um 1800 bestand im Mesnerhaus in Kirchensur eine Dorfschule. Lehrer war bis zum Jahre 1816 der Mesner Jakob Oberhauser. Mit Verordnung vom 23. Dezember 1802 wurde in Bayern die sechsjährige Schulpflicht eingeführt. Im Oktober 1816 wurde durch eine Regierungsentschließung die Schule in Stephanskirchen zur Zentralschule erklärt. Die Schulen Evenhausen und Kirchensur wurden mit Stephanskirchen vereint.

 

1876 wurde in Kirchensur ein Schulhaus errichtet und noch im gleichen Jahr bezogen. In einer Klasse wurden alle Jahrgänge unterrichtet. Auch Evenhausen machte von seinem Recht gebrauch, eine eigene Schule zu errichten. Die königliche Regierung von Oberbayern löste daraufhin den Schulsprengel Stephanskirchen auf.

 

Die Schule in Kirchensur konnte 93 Jahre lang ihre Selbständigkeit bewahren. Im Rahmen der Bayerischen Schulreform 1969 wurde sie in die Verbandsschule Eiselfing eingegliedert.

 

Kirchengeschichte

Kirchlich gehörte Kirchensur lange Zeit genauso wie Stephanskirchen zur Pfarrei Schnaitsee. Die Priester wohnten in Durrhausen, wo es auch heute noch den Hofnamen „beim Vikari“ gibt.

 

Seit 1892 hat Kirchensur einen eigenen Pfarrhof. Erst seit 1920 hatten Kirchensur und Stephanskirchen jeweils eigene Pfarrer.

 

Durch die Verbindungen nach Amerang als politische Gemeinde orientierte sich auch allmählich die kirchliche Zusammenarbeit nach Amerang. 2005 stimmten die Kirchensurer dem Anschluss an die Pfarrei Amerang zu. Kirchensur ist jetzt eine Filialkirche der Pfarrei Amerang im Pfarrverband Amerang. Es gibt allerdings immer noch eine eigene Kirchenverwaltung für Kirchensur.

 

Die erste Kirche dürfte etwa um die Jahrtausendwende vorhanden gewesen sein.

 

Wann genau die Kirche St. Bartholomäus gebaut wurde ist nicht nachweisbar. Bei einer Visitation um 1558 wurde sie aber als sehr baufällig erwähnt. Lediglich der Hochaltar, die Kanzel und das Gestühl wurden für das Gotteshaus angefertigt. Alles andere wurde im laufe der Jahre dazugekauft – das meiste wurde sogar von so genannten „Gutthätern“ gespendet.

 

Auszug aus „Amerang – Schloss, Dorf Gemeinde v. Wolfgang Klautzsch

mit allen Quellenangaben

Text: Simon Dieplinger und Jolanda Engelbrecht

sowie

Auszug aus „Haus- und Hofgeschichte 1366 – 2010 Amerang – Kirchensur – Stephanskirchen“ von Konrad Linner mit allen Quellenangaben.

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